reflexbox von jürg fraefel

Medien in der Bildungsorganisation – erlebt – überdacht – notiert

  • Home
  • Über Jürg Fraefel
23. Mai 2010

Von Notebookwagen und gescheiteren Formen der Computerorganisation

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, ICT-Organisation

computer_tragen_anschluss-1Letzte Woche waren wir unterwegs in Sachen ICT-Evaluation. Dazu gehört auch ein Augenschein in den Schulhäusern. Wir haben viele Schulhäuser besucht, X Schulzimmertüren geöffnet, Computerzimmer und Serverracks angeschaut, viele Kinderhände geschüttelt. Und immer wieder Kinder vor dem Computer, alleine und erfreulicherweise auch öfters in Kleingruppen. Dabei ist uns aufgefallen, wie die Schülerinnen und Schüler vor Art Serviertabletts sitzen, darauf sind Notebook, Computermaus und Kopfhörer «angerichtet».

computer_tragen_anschluss-2Die Vorteile dieser Organisationsform werden uns bewusst, als sich eine Lehrerin bei der Kollegin erkundigt, ob sie einige Notebooks für die Projektarbeiten im Gruppenraum «schnell» ausleihen könne. Die Computer werden dann auf den Tabletts von je einer Schülerin abgeholt, alles schön beisammen, gut tragbar auch für 10-Jährige. Vorbei die unlösbaren Probleme, wie wohl ein Notebook-Wagen im Schulhaus ohne Lift in die 3. Etage transportiert werden kann.

computer_tragen_anschluss-3Zu recht ist der pädagogische ICT-Verantwortliche etwas stolz auf seine Kreation. Erstellt wurden die Computer-Tabletts schliesslich von Schülern der Oberstufe. Dort ging man einen Schritt weiter und man gestaltete einen Schrank im Teamzimmer so, dass die Tabletts gleich wie Schubladen ein- und ausgeschoben werden können, natürlich mit entsprechenden Anschlüssen hinten, um die Geräte gleich im Kasten aufzuladen. Praktisch. Hoffen wir nur, dass die Computer dort im Schrank nicht vergessen gehen…

Kein Kommentar
13. Mai 2010

Welche ICT-Infrastruktur benötigen wir?

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, ICT-Organisation, Medienbildung

Diese Frage stellte sich ein Schulteam anlässlich einer Team-Retraite bei uns an der PH Zürich. Eine Arbeitsgruppe aus dem Team ist daran, ein Medienkonzept zu erarbeiten, dies als Grundlage, um einen Kredit für neue ICT-Mittel auszulösen. Heute soll dem Team der Stand der Arbeiten gezeigt werden.
Zuerst gingen die Lehrerinnen und Lehrer der Frage nach, welche Funktion ICT und Medien im Unterricht übernehmen sollen. Dazu erkundeten sie exemplarische Unterrichtsbeispiele mit Audio (Zungenbrecher), mit einem Blog und Internet-Angebote für die Unterstufe (www.phlipp-maus.de) und für die Mittelstufe (www.lernburg.ch) Mit einem Beispiel aus dem Medienkompass führte Silvie Spiess in medienbildnerische Inhalte für die Mittelstufe ein.
Nein, die Arbeitsgruppe erlag der Versuchung nicht, dem Team von «dringend benötigten» Hightech-Boliden, von Servern, Beamern oder interaktiven Whiteboards vorzuschwärmen. Stattdessen baten sie die Kolleginnen und Kollegen, gemeinsam Arbeitsweisen und Einsatzszenarien mit dem Computer zu sammeln, dies auf Geundlage der vorgestellten Unterrichtsbeispiele. Und im Nu kam eine ansehnliche Sammlung zusammen:

  • Es sollen mehrere Schüler/innen in verschiedenen Gruppengrössen mit dem Computer arbeiten können.
  • Die Computer sollen an verschiedenen Orten im Schulhaus nutzbar sein: im Schulzimmer, im Gang, im Handarbeits- oder IF-Zimmer, im Klassenlager etc.
  • Die Schüler/innen sollen die Computer selbst transportieren können, um schnell den Arbeitsort oder von Einzel- in Gruppenarbeit wechseln können.
  • Wenige Computer sollen ohne Einrichtungsarbeit immer und spontan während des Unterrichts genutzt werden können.
  • Die Klasse soll im selben Raum mündlich, schriftlich mit und ohne Computer arbeiten können, d.h. die Schüler/innen sollen nicht getrennt werden, wer mit/ohne Computer arbeitet.
  • Die Schüler/innen sollen zuhören können, ohne durch die Computer abgelenkt zu werden.
  • Auch die Unterrichtsform «Vormachen–Nachmachen» soll möglich sein.
  • Die Schüler/innen sollen schnell und problemlos auf ihre Dateien zugreifen können.
  • Die Schüler/innen sollen (im selben Raum) mit Audio, Video oder Trickfilm etc. arbeiten können.
  • Die Computer sollen auch einmal nicht sichtbar sein, wenn sie gerade nicht genutzt werden.
  • Schüler/innen sollen auch eigene Geräte einbringen (und im Internet) einsetzen können.
  • Die Computer sollen sehr einfach und «untechnisch» bedienbar sein.
  • Die Schüler/innen sollen wissen: «Das habe ich mit dem Computer gelernt.»

teamtagAus diesen pädagogisch-dikaktischen Anliegen kann die Arbeitsgruppe dann die technischen Anforderungen ableiten, als Grundlage für die eingeladenen Computerfirmen zum Erstellen einer Offerte. Pädagogik vor Technik eben. Ermutigend waren auch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen zuhanden der Arbeitsgruppe: Ihr arbeitet in die richtige Richtung, weiter so. Ihr denkt an alle Stufen. Und: «Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden betreffend die Frage, wie wir mit den Computern arbeiten wollen».

Kein Kommentar
26. Januar 2010

Lamentieren über Filmbildung

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Filmbildung, Medienbildung

Gestern fand eine weitere Podiumsveranstaltung im Rahmen der Solothurner Filmtage statt. Diesmal ging es um  Filmbildung: «Filme im Klassenzimmer – Mehrwert oder Spielerei?» Auf der Bühne des archaisch-heimeligen Stadttheaters Solothurn diskutierten unter der Leitung von Laurent Baumann (Memoriav) die Filmwissenschaftlerin Anita Gertiser (Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich), André Grieder (schule&kultur der Bildungsdirektion des Kantons Zürich), Andy Schär von der FHNW und Initiator der Videoplattform für die Schule www.minipodium.ch, Heinz Urben, Geschäftsführer von achaos sowie Philipp Hebeisen, Redaktor bei SF Wissen.

Man war sich schnell einig, so schien es, dass Filmbildung zurzeit kein Thema auf der Bildungsagenda ist, welches Lehrpersonen und Bildungsplanern unter den Nägeln brennt. «Film dient in der Schule bislang meist nur als Unterstützung des Texts sowie als Füllmaterial vor den Ferien», monierte Moderationsleiter Baumann gleich zu Beginn. Es lasse sich jedoch ein gewisser Aufbruch feststellen. Im Moment werde viel für die Filmbildung getan. Die Sektion Film des Bundesamts für Kultur unterstützt das Anliegen, die Filmbildung in die Schule zu bringen und nicht zu übersehen seien die zahlreichen Initiativen, welche in den letzten zwei Jahren um Aufmerksamkeit bitten: www.roadmovie.ch (Kino auf Rädern kommt in die Schule), www.achaos.ch (Projekt «Kinokultur in der Schule») www.e-media.ch (Westschweizer Medienportal für die Schule), sowie MySchool von SF mit deren neuem Videoportal. Und besonders gefreut haben die Erwähnung «unserer» Produkte, www.medienbildung.ch sowie das Dossier Medienkompetenz des Schulamts der Stadt Zürich, welches von der PH Zürich entwickelt wurde.

Die Pädagogischen Hochschulen seien sehr aktiv beim Aufbau dieser Kompetenzen, führte Baumann aus. Es werde viel gemacht, aber der Film scheint noch nicht recht den Platz in den Schweizer Schulen gefunden zu haben. Und diesen Gründen wolle man in dieser Podiumsdiskussion nachgehen. Viel Zeit räumte der Moderator anschliessend den Diskutanten ein, um ihre Produkte ausführlich vorstellen zu dürfen. Und dies sind nicht wenige.
Interessant waren auch die Ausführungen von Anita Gertiser zur Geschichte des Films in der Schule. Sie erzählte von Bemühungen der damaligen Lehrer, den Film «zuzurichten», damit er in der Schule genutzt werden konnte. Das Schweizer Schul- und Volkskino kämpfte ab 1921 dafür, dass der Film als Lehrmittel akzeptiert wird. – Da wundert man sich schon, dass es der Film bis heute nicht viel weiter geschafft hat als unterhaltsamer Lückenfüller und allenfalls zur Illustration von geografischen, kulturellen oder historischen Sachverhalten.

Andy Schär wies darauf hin, dass der Computer im Gegensatz zum Film schnell als didaktisches Arbeitsmittel akzeptiert wurde, der Film dagegen konnte sein Image als Unterhaltungsmedium nie ganz abstreifen. Die Weiterbildungsangebote der FHNW zum Thema Film/Filmsprache finden bei den Lehrpersonen wenig Zuspruch. Deshalb sind sie dazu übergegangen, Filme in einem bestimmten Unterrichtssetting und zu einem bestimmten Unterrichtsthema anzubieten. Filme als didaktisches Mittel eben. Dies komme bei den Lehrpersonen gut an und biete zudem ein Tor, um die Lehrpersonen für die Filmbildung zu sensibilisieren.

Viel Kritik musste sich SF-Mann Philipp Hebeisen anhören, welcher in Stellvertretung des Leiters von SF MySchool Konrad Wepfer anwesend war: Die SF-Plattform biete nur Materialien zum Inhalt an; Hintergrundinformationen, interaktive Quiz und auch zweifelhafte Fragebogen zu inhaltlichen Details. Angebote zum Medium Film selbst würden fehlen. Die Kritik wird von Hebeisen bestätigt. Es würden dazu geeignete Mitarbeitende fehlen.

Filme im Unterricht als mediendidaktisches Mittel und als Thema der Medienbildung bearbeiten, das tönt toll, doch in der Praxis stellen sich da einige Fragen:

  • In welchen Fächern soll die Integration der Filmbildung geschehen?
  • Film als didaktisches Mittel in Fächern wie Sprache, Mensch/Umwelt etc., das ist einleuchtend, doch wie kann es gelingen, die «Kurve» zu medienbildenden Themen zu schaffen?
  • Anita Gertiser wies darauf hin, dass Erkenntnisse in Filmanalyse nur mit grossem Zeitaufwand erlernbar sind. Wo können die Lehrpersonen diese Fertigkeiten erlernen?
  • Woher geeignete Lehrmittel nehmen? Dass Filmbildung ein (wichtiges) Thema der Medienbildung ist, dem wird wohl kein Medienpädagoge widersprechen. Doch im Moment scheinen «dringendere» medienbildnerische Themen die Agenda zu besetzen: z.B. der kompetente Umgang mit Web 2.0-Plattformen, Persönlichkeitsschutz in Social Communities, Urheberrecht etc. Nicht umsonst findet man z.B. im Lehrmittel zur Medienbildung «Medienkompass» keine explizit filmbildende Themen. Nicht dass man dies damals nicht für wichtig befunden hätte, doch in Anbetracht der vielen Themen…
  • Und nebst Filmanalyse von bestehenden Filmen ist wohl die aktive Arbeit mit der Videokamera, die Produktion von Schülerfilmen, ein wichtiges Mittel, um praktische Erfahrungen zu machen, beispielsweise mit der Wirkungsweise von Filmschnitt oder um die aufwändige Entwicklung eines Films am eigenen Leib zu erfahren. – Wie kommen die Lehrpersonen zu geeigneten Geräten? Wo erlernen sie die technische Bedienung, Fertigkeiten in Filmgestaltung etc.?
  • Alles deutet darauf hin, den Lehrpersonen die notwendige Weiterbildung dazu anzubieten. Und nochmals stellt sich die Frage der Zeit: Wann diese Weiterbildung besuchen, in welchem Rahmen etc.?
    Hier könnte wohl eine pädagogische ICT-Beratung im Schulhaus den Lehrpersonen nötige Unterstützung bieten. Eine Lehrperson, welche in einer Weiterbildung obige Fertigkeiten erlernt hat und nun die Kolleginnen und Kollegen mit konkreten Unterrichtsprojekten dazu anleitet. Doch das ist ein anderes Kapitel…

Und wer umgehend mit einer Weiterbildung zum Thema beginnen will: Ein Weiterbildungsangebot der PH Zürich zu «Filme erleben – Filme gestalten» von Dominik Roost.

solothurn

Solothurn – nicht nur wegen den Filmtagen schön…

Kein Kommentar
01. November 2009

UNM-Tagung an der PH Zürich vom 31.10.09 – Nachlese

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Diverses, Mediaphil, Medienbildung, Organisationskommunikation, Pädagogische Beratung

Die UNM-Tagung von gestern: Einmal mehr ein gelungenes Treffen von ICT-Verantwortlichen, Lehrpersonen, Behörde, Mitarbeitenden von Fachstellen und Dozierenden. Was diesmal anders war: Die  Themenpräsentationen erfolgten  jeweils gemeinsam durch eine Lehrperson aus dem Schulfeld  mit einer Dozentin/ einem Dozenten der Medienbildung.

Wir erfuhren von praktischen Schulprojekten, vorgetragen von der Lehrerin, dem Lehrer, wie sie/er das Medienprojekt erlebt hat, dies verwoben mit der Sichtweise der Dozierenden und ihren Erfahrungen aus ähnlichen Projekten aus anderen Schulhäusern. So war es spannend zu hören, wie eine Oberstufen-Lehrerin aus der Stadt Zürich erzählte, wie skeptisch ihr Team zu Beginn auf die beiden Dozenten reagiert hätte, als sie von der Schulleitung dazu gedrängt wurden, «nebst all dem anderen» auch  noch eine Weiterbildung zur Mediennutzung im Unterricht zu besuchen. Und wie die beiden Dozenten ihre Überlegungen darlegten, wie sie auf diesen Wiederstand reagierten: Sie schlugen vor, Ideen zur Medienintegration genau zu *denselben* Schulthemen einzubringen, an welchen die Lehrpersonen mit ihrem Klassen bereits arbeiten. Also nicht nochmals etwas mehr. Begonnen hat das Schulteam dann gleich selbst: Mit dem Fotografieren. Aber da war noch das neue Schulhaus, welches hätte besichtigt werden müssen. Also taten sie dies gemeinsam mit dem Fotoapparat. Und wir waren berührt von den eindrücklichen Fotocollagen und den multimedialen Präsentationen, welche die Schülerinnen und Schüler schliesslich selbst produzierten. Toll!

Ich selbst berichtete zusammen mit dem ICT-Verantwortlichen der Schulen Cham, wie wir während nunmehr zwei Jahren an der ICT-Reoranisation arbeiteten. Von den Arbeiten am pädagogischen ICT-Konzept, der Einführung eines pädagogischen ICT-Beratungsangebots für die Lehrpersonen und von den gemeinsam vorbereiteten Weiterbildungen für die ICT-Verantwortlichen der einzelnen Schulhäuser.
Das Handout als pdf zum Referat: 091031_unm_paedagogische_beratung_fraefel_kolb.

unmBeeindruckend auch das Referat des Zukunftsvorschers Goerges T. Roos (www.kultinno.ch), seine Ausführungen, wie sich die Beschleunigung der Zeitstrukturen auf den Menschen auswirken. – Stimmt das wirklich, dass ein durchschnittlicher Angestellter im Verlauf seiner Lebensarbeitszeit sein *gesamtes* Wissen dreimal komplett erneuern muss? – Lebenslanges Lernen nennt man das wohl…
(Foto: Peter Holzwarth)

Den Vogel abgeschossen hat aus meiner Sicht aber Ida Pöttinger mit ihrem Schlussreferat mit sinnigem Titel «Den Spatz in der Hand…»: Sie zählte auf, was die Medienbildung tolles schon erreicht habe. Ihre Argumente wirkten reichlich tröstend auf mich, auch die wohl eher ironisch gemeinte Bemerkung zu den alltäglichen Plagen mit der Technik: «Wenn es nicht einfach geht. Dann geht es einfach nicht.»

Kein Kommentar
15. September 2009

«Top informiert… und dennoch unwissend»

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Medienbildung, Mediengesellschaft

rfzSo lautet der Titel der Weiterbildungstagung der SRG idée suisse Zürich Schaffhausen RFZ, welche am 12. September in den Räumen der Pädagogischen Hochschule Zürich und teilweise mit Referentinnen/ Referenten der PH Zürich stattgefunden hat. In den Kantonen Zürich und Schaffhausen bildet die RFZ die Basisorganisation der SRG SSR idée suisse und vertritt die Interessen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegenüber Radio und Fernsehen. Die zumeist älteren Mitglieder hörten sich Referate an und wurden in Workshops selbst aktiv: Sie stellten Podcasts selbst her, machten erste Erfahrungen mit Facebook unter kundiger Anleitung oder sie wurden in hilfreiche Recherchemethoden im Internet eingeführt. Wohltuend war das intensive Interesse der Teilnehmenden an Medienfragen, auffallend war auch ihre Sorgfalt, gar Skepsis gegenüber den Internetdiensten. «Kostet das denn wirklich nichts, einen Blog zu “abonnieren”?» oder «Ich habe in der Zeitung gelesen, man soll vorsichtig sein, wenn man sich bei Facebook anmeldet». Was Jugendliche oft unüberlegt nutzen, davor fürchtet sich die ältere Generation geradezu. Zu wünschen wäre wohl etwas dazwischen…

Die pdfs der Präsentationen und Unterlagen gibt es auf der Website der RFZ HIER.

1 Kommentar
02. Juli 2009

Mehr Geräte - nicht mehr Know-How

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Fotografie, Mediaphil

Letztes Wochenende am Blues’n'Jazz Rapperswil: der quirlige Musiker auf der Bühne begeistert junges und auch grau behaartes Publikum. Er fuchtelt mit seiner Gitarre wild herum, und viele Zuschauer fuchteln mit ihren Fotohandys und Digitalkameras. Ich glaube zu beobachten, dass im Vergleich zum letzten Jahr eher mehr teure Kameras gezückt werden. Derweil das Knowhow zur Bedienung anscheinend nicht automatisch mitgewachsen ist: Munter blitzen einige aus 30 Metern Distanz. Und am Seeufer beobachte ich eine Mutter, welche stehend aus nächster Nähe ihre Kinder gegen die Sonne ablichet – mit einer topmodernen Spiegelreflexkamera. Neue Kameras warten mit immer raffinierteren Spezialprogrammen auf, wie Gesichtserkennung, Szenenmodus, Verfremdungsfilter etc. Und mit dem eigentlichen Handwerk der Bildgestaltung tut man sich schwer.

bluesnjazz

Es macht den Anschein, dass die technischen Features bei neuen Geräten überwiegen und die Produktehersteller heizen damit  mächtig ein. Urs Ingold moniert in seinem Blogeintrag, wie der Hersteller beim neuen iPhone vor allem mit der höheren Geschwindigkeit wirbt – «the fastest, most powerful iPhone yet» – und weniger mit neuen Funktionen. Mit Muskelkraft, resp. der Taktfrequenz des Prozessors hatten in den 90er-Jahren auch die Windows-Computer geworben.

Zurück zur Fotografie: Tipps für gelungene Fotografien gibt’s im Internet zuhauf. Der beste ist wohl: Viel fotografieren, Ergebnis kritisch beurteilen und aus Fehlern lernen… Wer sich doch Nachhilfeunterricht in Fotografie wünscht, hier einige Links:

  • www.mediaculture.de (Bildgestaltung, anschauliche Beispielbilder; sehr übersichtlich)
  • www.istockphoto.com (Grundregeln des Fotografierens bezüglich Objektauswahl, Bildgestaltung, Digitaltechnik; benötigt kostenloses LogIn > «Help» > «Photographer’s Training Manual»; Englisch)
  • www.fotolehrgang.de (fototechnische Grundlagen)

blogblues_zusammenMehr Fotos vom Blues’n'Jazz Rapperswil hier.

1 Kommentar
08. Mai 2009

Computer im Unterricht: Alles klar, wie organisieren?

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Medienbildung, Pädagogische Beratung

medienkitsLetzte Woche habe ich in einer Schulgemeinde eine Weiterbildung für die pädagogischen ICT-Verantwortlichen der einzelnen Schulhäuser durchgeführt. Dazu nutzen wir unter anderem eine Videoaufnahme aus Computer und Unterricht in der Primarschule (Schrackmann et.al, 2008). Wir sahen das Beispiel «E-Mail-Kontakt mit einer Klasse in Deutschland an». Ich bat die Teilnehmenden, zu beobachten, welche Organisationsform die Lehrperson zur Arbeit mit ICT im Unterricht wählt. Im anschliessenden Gespräch mit den meist erfahrenen ICT-Verantwortlichen kamen wir darauf zu sprechen, wie und ob sie ihre Kolleginnen und Kollegen zu pädagogisch-didaktischen Fragen beraten. Ein Lehrer meinte, er thematisiere in seinen schulinternen Weiterbildungen immer Organisationsformen wie Gruppenpuzzle, «Schneeballprinzip», «Expertensystem» etc. Meist würde er dann die Antwort erhalten, dass dies doch klar und bekannt sei. Feststellen müsse er dann aber, dass in den allermeisten Fällen die Schüler am Beamer oder mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen instruiert werden…

Mehr: Medienkompetenz im Lehrberuf
Bild: medienkids

Kein Kommentar
30. März 2009

iPhone-Kunst

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Mediaphil

isketch154_550Zufällig bin ich auf die iPhone-App «Brushes» gestossen. Die Ergebnisse sind erstaundlich. Hier gibt’s mehr iPhone-Kunst. – Eben die entsprechenden gestalterischen Fähigkeiten vorausgesetzt… Vielleicht eine weitere App für das Goldauer Schulprojekt mit iPhones? (–;

3 Kommentare
01. November 2008

Produzieren Sie Podcasts, solange es diese noch gibt …

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, Medienbildung

«Produzieren Sie Podcasts, solange es diese noch gibt!» Dies empfahl Thomas Merz den Zuhörerinnen und Zuhörern anlässlich seines Referats an der Tagung «Podcasting im Unterricht» vom 20. Mai 2006. Ich schaue mir die damals präsentierten Podcasting-Portale heute, zweieinhalb Jahr später, nochmals an: Durchwegs verwaiste Seiten, welche nicht mehr als einige wenige Podcasting-Beiträge veröffentlicht haben. Das «Podcasting-Portal für den Unterricht» hat seinen letzten News-Beitrag im September 2007 publiziert. Und ipodium.ch, die «Plattform für Schweizer Edu Podcasting» hat am 30. Oktober ihren ersten Podcast seit den Sommerferien gepostet. Ja, das waren noch Zeiten, als man sich stritt, ob jeder Audiobeitrag auch ein Podcast genannt werden dürfe und ob eine abonnierbare Radiosendung auf DRS3 das Label «Podcast» verdient.

Thomas Merz scheint diese Entwicklung vorausgeahnt zu haben und fragte sich damals in seinem Referat, was die Schülerinnen und Schüler für ein Leben in einer Mediengesellschaft benötigen, respektive, was sie als Erwachsene im Berufsleben in zehn bis fünfzehn Jahren wohl bedürfen. Nichts desto trotz, man war sich einig, dass Podcasts im Unterricht «höchst sinnvolle Einsatzmöglichkeiten» bieten, ihr didaktisches Potential war (und ist) unbestritten und bieten ein breites medienbildnerisches Lernfeld. Und man versprach, fleissig Podcasts zu produzieren. Aber eben, dann kamen der PSP, das Nokia N95 & Co., das iPhone. Man spricht von Mobile Computing, Apple Apps und immer mehr von Cloud Computing.

Radiosendungen als «Podcasts» werden heute intensiv abonniert, wenn man den Statistiken der Radioanstalten glauben darf. Abonnieren heisst aber nicht hören. Ehrlich, wieviele Podcasts haben Sie abonniert? Und das einzige, was Sie damit tun: Sie verfälschen die Nutzungsstatistiken. Das tun sie vielleicht auch mit Ihrem vergessenen Account bei Second Life. So löst ein Hype den anderen ab, so, wie es die Mode auch tut. Inzwischen reiten die letzten noch auf der Web 2.0-Welle, während andere bereits die Web 3.0-Welle heranrollen sehen wollen. Und wie die aussehen soll, werden wir an Tagungen wie beispielsweise der UNM-Tagung Mitte November hören.

Nein, ich störe mich gar nicht an dieser Entwicklung, solange ein neues Medium nicht als DAS ultimative Thema der Medienbildung verkauft wird. Und solange man mich MEINE Podcasts hören lässt: Zum Beispiel den «Digitalk» von Matthias Schüssler und Roger Zedi, «Atlas» (DRS2), «Focus» (DRS3» oder den «Doppelpunkt» des nimmermüden Roger Schawinski. Sehr zu empfehlen der Doppelpunkt vom 19.10.08: Der «Roschee» bekommt von Roger Köppel auf den Grind. Eigentlich ist’s doch eine Zumutung, zu festgelegter Zeit das Radio anschalten zu müssen. Ich will hören, wann ICH will. Und dies ist für mich die wichtige Errungenschaft der Podcasts.

1 Kommentar

Blogroll

  • Beat Döbelis Biblionetz
  • Blog Gabi Reinmann, Uni Augsburg
  • Blog Hampi Füllemann, PHTG
  • Blog Kaspar Nötzli
  • Blog Mandy Schiefer, Uni Zürich
  • Blog Michael Kerres Uni Duisburg
  • Blog Miriam Meckel
  • Blog René Scheppler
  • Blog Rolf Deubelbeiss
  • Blog Thomas Stierli, PH Zürich
  • Blog Urs Ingold, PHZH
  • Newsfeed medienbildung.ch
  • Observatorium Medienbildung
  • Wissensmanagement 2.0
  • WordPress_Planet

Letzte Kommentare

    • juergfraefel bei SFIB-Tagung: …ICT entwickelt Schule entwickelt ICT… – Nachtrag
    • Marc bei SFIB-Tagung: …ICT entwickelt Schule entwickelt ICT… – Nachtrag
    • juergfraefel bei Personal Learing Environments in der Schule – Und wie kommen sie in die Schule? (#PLE09)
    • uni weiterbildung bei Personal Learing Environments in der Schule – Und wie kommen sie in die Schule? (#PLE09)
    • steve bass bei Die Qual der Wahl – Gedanken zu Schirrmachers «Payback»
    • juergfraefel bei Lamentieren über den Schweizer Film

Kategorien

    • Aktive Medienarbeit
    • Bewegung
    • Bildungsmanagement
    • Bildungspolitik
    • Diverses
    • Filmbildung
    • Fotografie
    • ICT-Organisation
    • Mediaphil
    • Medienbildung
    • Mediengesellschaft
    • Medienpädagogik
    • Medienpolitik
    • Organisationsentwicklung
    • Organisationskommunikation
    • Organisationskultur
    • Pädagogische Beratung
    • Personalentwicklung
    • Schulentwicklung
    • schulisches Medienprofil
    • Teamentwicklung
    • Unterrichtsentwicklung
    • Weiterbildung
    • Wissensmanagement

Meta

    • Anmelden
    • Artikel-Feed (RSS)
    • Kommentare als RSS
    • WordPress.org
© 2010 Wired by reflexbox von jürg fraefel
Design von Dezzain Studio
Übersetzt von Htwo
Nature Pictures | Bamboo Blinds