reflexbox von jürg fraefel

Medien in der Bildungsorganisation – erlebt – überdacht – notiert

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26. August 2010

SFIB-Tagung: …ICT entwickelt Schule entwickelt ICT… – Nachtrag

juergfraefel in Bildungsmanagement, ICT-Organisation, Medienbildung, Organisationsentwicklung

sfibGestern fand in Bern die SFIB-Fachtagung zum Thema «…ICT entwickelt Schule entwickelt ICT» statt. Die Tagung ging der Frage nach, welchen Beitrag digitale Medien zur Weiterentwicklung der Schule leisten können. In meinem Eingangsreferat lud ich die Teilnehmenden zu einem «Rundflug» auf «mittlerer Flughöhe» ein, also nicht den «bodennahen Flug» – die Unterrichtsebene – und nicht die Höhe des «Langstreckenflugs» – die bildungspolitische Ebene. Auf einer «mittleren Flughöhe» – auf der Ebene der Schule als Organisation – schauten wir uns um. Das PDF zum Referat gibt es hier – sofern aus Grafiken, Stichwörtern und Bildern einer Präsentation überhaupt auf den Inhalt geschlossen werden kann…

Alle weiteren Unterlagen können hier heruntergeladen werden.

flughoehe

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14. August 2010

Unterstützung zur ICT-Integration: Was Lehrpersonen wünschen.

juergfraefel in ICT-Organisation, Pädagogische Beratung

Mitten in der Vorbereitung auf ein Referat an der SFIB-Fachtagung vom 25. August in Bern. Thema: «Was Medienintegration mit Schulentwicklung zu tun hat». Gelegenheit, um nochmals nach links und rechts zu schauen, was andere zum Thema meinen. Dabei bin ich auf einen Blogeintrag von René Scheppler gestossen, welchen er bereits am 3. Juni geschrieben hat. Er bezieht sich auf einen Artikel von Rolf Deubelbeiss und mir, welchen wir in Computer+Unterricht im Frühling publiziert haben (Artikel als PDF). Wir stellten in diesem Artikel die Erkenntnisse aus unseren ICT-Evaluationen in verschiedenen Schulgemeinden vor. Die ICT-Evaluationen ermöglichen Schulgemeinden eine Standortbestimmung und die abgegebenen Empfehlungen sollen ihnen Wege aufzeigen zur zielgerichteten Weiterentwicklung der ICT- und Medienintegration in den Unterricht.

René Scheppler berichtet, wie er im Anschluss an seine Referate zur Integration neuer Medien in den Unterricht regelmässig von Lehrpersonen nach Materialien angefragt wird. Er schreibt «Es wird nach fertigen moodle-Kursen, Arbeitsblättern, Unterrichtseinheiten, konkreten Tools für geplante Vorhaben usw. gefragt.». Dazu zitiert Scheppler besagten Artikel:
scheppler_blog

Scheppler kommentiert das erklärte Bedürfnis der Lehrpersonen nach einer verfügbaren Materialiensammlung skeptisch: «Letztlich ist doch das Internet selber eine einzige grosse Materialbörse.» – Ich bin da gleicher Meinung wie René Scheppler: Eine umfassende Sammlung an Unterrichtsmaterialien zu ICT – Linksammlung, Anleitungen, Beispiele – trägt nicht viel zur intensiveren ICT-Nutzung im Unterricht bei. Im besten Fall wird diese genutzt, wenn im Schulteam konkret damit gearbeitet wird, etwa in einer Team-Weiterbildung oder bei einem gemeinsamen ICT-Projekt.

Und: Obige Befragung gibt die Wünsche von Lehrpersonen wieder. Letzthin konfrontierte ich eine Gruppe von ICT-Verantwortlichen mit diesen Ergebnissen. Sie winkten genauso ab. Sie wussten viel zu berichten von ihren umfangreichen Dokumentationsarbeiten, welche in krassem Missverhältnis zur tatsächlichen Nutzung standen.

Aus diesen Wünschen lässt sich aber – so meine ich – ein grundlegenderes Manko herauslesen: Den Lehrpersonen fehlen Hinweise, welche Inhalte sie denn zu ICT und Medienbildung im Unterricht thematisieren sollen. Sie gehen davon aus, dass solche Beispielsammlungen ihren Bedarf dazu decken können. Klare, verschriftlichte Vereinbarungen in den Schulteams sind da wohl hilfreicher. Aber das steht alles im besagten Artikel.

taschenlampe

Leuchtturm oder Taschenlampe?
Den Wunsch der Lehrpersonen nach persönlicher ICT-Beratung  illustriert Scheppler mit einem wunderschönen Vergleich. Es gibt:
– Leuchttürme: das sind Schulämter, vielleicht auch ICT-Fachstellen
und es gibt
– Taschenlampen; das sind erfahrene, engagierte, ausgebildete Kollegen
Scheppler: «
Wenn ich das richtig verstehe, wollen sie Taschenlampen. Sie wollen leuchtende Vorbilder, die aber flexibel sind, die sie sich von einem Platz (im Lehrer- und Teamzimmer) nehmen können, wenn sie sie brauchen. Einen Ratgeber, den sie einschalten können bei Bedarf aber auch leicht wieder löschen, einen Licht-/Ideenstrahl, den sie auf ihr konkretes Problem richten können (keinen, der im Allgemeinen, Unverbindlichen über ihren Kopf hinwegleuchtet).»

Genau. Einverstanden. Und ich würde da gerne etwas präzisieren: Es braucht wohl beides: den Leuchtturm, der die grundlegende Richtung der Medienintegration leuchtet und die Taschenlampe, die nach Bedarf und vor Ort den nahen Weg ausleuchtet. Danke Herr Scheppler.

Bild: Flickr/MarS

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13. Juni 2010

Mitreden macht Mitarbeiter

juergfraefel in Bildungspolitik, ICT-Organisation

«Neuerungen werden dann akzeptiert, wenn auch ihre Umsetzung zumutbar und mit einem gewissen Mass an Gestaltungsfreiheit verbunden ist.» Mit diesem Fazit beendet der Berichterstatter der NZZ den Artikel zum Verzicht auf das sonderpädagogische Konzept des Kantons Zürich; siehe auch Pressemitteilung der Bildungsdirektion vom 11.6.10. So fehlen X sonderpädagogische Fachkräfte und die teils sehr schwierig integrierbaren Kinder verunmöglichen in den Klassen halbwegs geordnetes Unterrichten.

«Die persönliche Einstellung kann man nicht verordnen, aber man kann sie pflegen», gibt eine ehemalige Lehrerin im Leserforum des Tages-Anzeiger vom 13.6.10 zu bedenken. Und mit dem versuchten Durchzwängen des «Gesamtkunstwerks sonderpädagogisches Konzept» (O-Ton Frau Aeppli) sei bei den Lehrpersonen viel Goodwill kaputt gemacht und teils die Freude am Beruf verdorben worden.

Zumutbarkeit, Gestaltungsfreiheit und persönliche Einstellung pflegen. Ich werde diese Woche beim Gespräch mit einer Schulleiterin an diese genannten Voraussetzungen, dass eine Massnahme gelingen kann, erinnert. Es geht darum, dass ICT & Medien verbindlicher im Unterricht verankert werden sollen. Mit inhaltlichen Vereinbarungen. Eben, vereinbart. Doch was tun, wenn es einigen Schuleinheiten nicht einmal gelingt, die offenen Stellen für ICT-Kustoden zu besetzen. Die Lehrpersonen seien überlastet, gibt die Schulleiterin zu bedenken. Siehe oben. Und zwei Monate vor Beginn des neuen Schuljahrs seien immer noch X Stellen nicht besetzt. Da sehe man davon ab, von der Bewerberin zu verlangen, sie müsse nebst Klasse gleich auch noch das ICT-Schulhausamt übernehmen.

Zuhören und nicken: Lehrpersonen benötigen mehr.

Eigentlich verständlich. Massnahmen können nicht einseitig verordnet werden. Zuhören und nicken, das war gestern. Wenn überhaupt. Keine Massnahme ohne entsprechend zumutbare Voraussetzungen. Aber wie sollen diese aussehen? Wer finanziert zumutbare Rahmenbedingungen? Wer sagt, ob diese «zumutbar» sind? Und wie das Wichtige vom wirklich Notwendigen unterscheiden? …

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23. Mai 2010

Von Notebookwagen und gescheiteren Formen der Computerorganisation

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, ICT-Organisation

computer_tragen_anschluss-1Letzte Woche waren wir unterwegs in Sachen ICT-Evaluation. Dazu gehört auch ein Augenschein in den Schulhäusern. Wir haben viele Schulhäuser besucht, X Schulzimmertüren geöffnet, Computerzimmer und Serverracks angeschaut, viele Kinderhände geschüttelt. Und immer wieder Kinder vor dem Computer, alleine und erfreulicherweise auch öfters in Kleingruppen. Dabei ist uns aufgefallen, wie die Schülerinnen und Schüler vor Art Serviertabletts sitzen, darauf sind Notebook, Computermaus und Kopfhörer «angerichtet».

computer_tragen_anschluss-2Die Vorteile dieser Organisationsform werden uns bewusst, als sich eine Lehrerin bei der Kollegin erkundigt, ob sie einige Notebooks für die Projektarbeiten im Gruppenraum «schnell» ausleihen könne. Die Computer werden dann auf den Tabletts von je einer Schülerin abgeholt, alles schön beisammen, gut tragbar auch für 10-Jährige. Vorbei die unlösbaren Probleme, wie wohl ein Notebook-Wagen im Schulhaus ohne Lift in die 3. Etage transportiert werden kann.

computer_tragen_anschluss-3Zu recht ist der pädagogische ICT-Verantwortliche etwas stolz auf seine Kreation. Erstellt wurden die Computer-Tabletts schliesslich von Schülern der Oberstufe. Dort ging man einen Schritt weiter und man gestaltete einen Schrank im Teamzimmer so, dass die Tabletts gleich wie Schubladen ein- und ausgeschoben werden können, natürlich mit entsprechenden Anschlüssen hinten, um die Geräte gleich im Kasten aufzuladen. Praktisch. Hoffen wir nur, dass die Computer dort im Schrank nicht vergessen gehen…

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13. Mai 2010

Welche ICT-Infrastruktur benötigen wir?

juergfraefel in Aktive Medienarbeit, ICT-Organisation, Medienbildung

Diese Frage stellte sich ein Schulteam anlässlich einer Team-Retraite bei uns an der PH Zürich. Eine Arbeitsgruppe aus dem Team ist daran, ein Medienkonzept zu erarbeiten, dies als Grundlage, um einen Kredit für neue ICT-Mittel auszulösen. Heute soll dem Team der Stand der Arbeiten gezeigt werden.
Zuerst gingen die Lehrerinnen und Lehrer der Frage nach, welche Funktion ICT und Medien im Unterricht übernehmen sollen. Dazu erkundeten sie exemplarische Unterrichtsbeispiele mit Audio (Zungenbrecher), mit einem Blog und Internet-Angebote für die Unterstufe (www.phlipp-maus.de) und für die Mittelstufe (www.lernburg.ch) Mit einem Beispiel aus dem Medienkompass führte Silvie Spiess in medienbildnerische Inhalte für die Mittelstufe ein.
Nein, die Arbeitsgruppe erlag der Versuchung nicht, dem Team von «dringend benötigten» Hightech-Boliden, von Servern, Beamern oder interaktiven Whiteboards vorzuschwärmen. Stattdessen baten sie die Kolleginnen und Kollegen, gemeinsam Arbeitsweisen und Einsatzszenarien mit dem Computer zu sammeln, dies auf Geundlage der vorgestellten Unterrichtsbeispiele. Und im Nu kam eine ansehnliche Sammlung zusammen:

  • Es sollen mehrere Schüler/innen in verschiedenen Gruppengrössen mit dem Computer arbeiten können.
  • Die Computer sollen an verschiedenen Orten im Schulhaus nutzbar sein: im Schulzimmer, im Gang, im Handarbeits- oder IF-Zimmer, im Klassenlager etc.
  • Die Schüler/innen sollen die Computer selbst transportieren können, um schnell den Arbeitsort oder von Einzel- in Gruppenarbeit wechseln können.
  • Wenige Computer sollen ohne Einrichtungsarbeit immer und spontan während des Unterrichts genutzt werden können.
  • Die Klasse soll im selben Raum mündlich, schriftlich mit und ohne Computer arbeiten können, d.h. die Schüler/innen sollen nicht getrennt werden, wer mit/ohne Computer arbeitet.
  • Die Schüler/innen sollen zuhören können, ohne durch die Computer abgelenkt zu werden.
  • Auch die Unterrichtsform «Vormachen–Nachmachen» soll möglich sein.
  • Die Schüler/innen sollen schnell und problemlos auf ihre Dateien zugreifen können.
  • Die Schüler/innen sollen (im selben Raum) mit Audio, Video oder Trickfilm etc. arbeiten können.
  • Die Computer sollen auch einmal nicht sichtbar sein, wenn sie gerade nicht genutzt werden.
  • Schüler/innen sollen auch eigene Geräte einbringen (und im Internet) einsetzen können.
  • Die Computer sollen sehr einfach und «untechnisch» bedienbar sein.
  • Die Schüler/innen sollen wissen: «Das habe ich mit dem Computer gelernt.»

teamtagAus diesen pädagogisch-dikaktischen Anliegen kann die Arbeitsgruppe dann die technischen Anforderungen ableiten, als Grundlage für die eingeladenen Computerfirmen zum Erstellen einer Offerte. Pädagogik vor Technik eben. Ermutigend waren auch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen zuhanden der Arbeitsgruppe: Ihr arbeitet in die richtige Richtung, weiter so. Ihr denkt an alle Stufen. Und: «Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden betreffend die Frage, wie wir mit den Computern arbeiten wollen».

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