Plötzlich ging es ganz schnell. Vorgesehen war die Premiere des Films «Grüeni Chachle» am Heimatfilmfestival Männedorf im November. Mitten in den Sommerferien kam dann die Nachricht, dass der Film am 1. Filmfestival Männedorf vom 26.–29. August gezeigt werden soll. Letzte Schnittanpassungen Ende Juli und noch zwei Tage ins Tonstudio: Der Dokumentarfilm ist bereit zur Vorführung. Wer ihn am Sonntag, 29. August 15.00 Uhr ansehen möchte, muss reservieren, das Kino hat nur 75 Plätze. An der Premiere werden die Mitwirkenden des Films anwesend sein, u.a. Rolf Heusser, der Ofenbauer und Bauherr sowie Giovanni Menghini von der kantonalen Denkmalpflege.
Infos zu allen Filmen des Filmfestivals und zur Reservation im Programm (PDF).
Presse
– Zürichsee-Zeitung vom 25.8.10 «Ein Heimatfilm ohne Kitsch und Klischees»
– Tages-Anzeiger vom 26.8.10 «Fast fortgeworfen, jetzt ein Filmstar»
Die neuste Geschichte des Pächterhauses Männedorf
Wie kommt ein baufälliges Haus zu neuem Glanz? – Was bringt eine Gruppe junger Handwerker dazu, das denkmalgeschützte Haus von den Grundmauern bis zum Dach makellos zu restaurieren? Und weshalb leisten sich die Handwerker den «Umweg» und arbeiten nach traditionellen Handwerksmethoden und mit ursprünglichen Materialien? Der Film begleitet das Handwerkerteam während zwei Jahren bei ihrer Arbeit. Er hört ihnen zu, wenn sie die Arbeitsschritte besprechen, wenn sie über ihre Arbeit sinnieren und ist auch dabei, wenn die Frauen und Männer das Erreichte bei einem der zahlreichen Feste feiern.
Zwei Jahre Bauzeit
Seit dem ersten Besuch im Pächterhaus Männedorf sind zwei Jahre vergangen. Diesem sind über zwanzig weitere Besuche gefolgt. Jedes Mal kam ich mit einer weiteren Stunde Filmmaterial zurück, und problemlos hätten daraus Filmportraits von «alten Berufen» wie dem Hafner, Steinmetz, Zimmermann oder dem Schreiner entstehen können. Doch ein «Lehrfilm» über Arbeitstechniken und historische Baustile, über Bohlen-Ständer-Bauten etc. sollte es nicht werden. Das gibt es bereits zuhauf und belehren soll der Film nicht. Viel mehr als die Bautechniken selbst fasziniert der unbändige Wille, die Motivation der Handwerkerinnen und Handwerker, das Bauobjekt möglichst ursprünglich zu restaurieren. Männer und Frauen, die unheimlich exakt den Stein oder den Holzbalken bearbeiten, auch dort, wo niemand nachmessen würde. Und jede Bauetappe hat die Gruppe mit einem kleinen Fest abgeschlossen. So freuten wir uns gemeinsam darüber, wie wunderbar der Ofen zieht – und liessen uns im noch kaminlosen Dachgeschoss räuchern. Oder wir sassen in Einerreihe auf dem Gerüst und stiessen auf das fertiggestellte Dach an.
Juni 2008. Rolf baut den Kachelofen neu auf. Die Kacheln lagen 20 Jahre in Kisten verpackt. Mit Drahtklammern fixiert er die Kacheln, damit sich der Ofen beim Erwärmen ausdehnen kann.

September 2008. Sheila baut die Feuerstelle in der Küche auf. Hier füllt sie die Hohlräume mit Kieselsteinen. Diese speichern die Wärme besonders gut.

November 2009. Silvan ersetzt alte Holzbauten. Im Eingangsbereich hat er eine ursprüngliche Bohlen-Ständer-Konstruktion restauriert.

März 2009. Die Fassade ist fertig. Feierlich werden die Jutetücher entfernt.












